
Anders ist`s - im hohen Norden! - Eisig, dunkel und Minimal scheint das Ambient(e) im hohen Norden. Zumindest auf den ersten Blick. Doch dann lässt Herr Ilar uns mit seinen Augen sehen, manifestiert in unseren Wohnzimmern seine selbst gebastelten Eisflöten, richtet seine Sampler auf die Nordlichter aus, lässt Meere knackend zu frieren, loopt die Stille des ersten Schnees, rollt das Ganze durch einen leeren Krankenhausflur, hinaus in die Dunkelheit und schaltet dann die Höhensonne ein. Spätestens hier wird Kälte zu Weite. Zu einer beruhigenden Weite. Die auch einsam sein kann. Einsam wie ein Lichtreflex den keiner sieht. -Nee, jetze is aber gut.AI will dorthin kommen. Er möchte mehr Naturgeräusche & Töne aus dem Alltag in seiner Musik verwenden, war damals (2003) aber wohl noch nicht so weit. Und doch hört man der Scheibe schon diese Naturverbundenheit an. Clicks so klar und steril wie Lichtreflexe an Eiszapfen, Beats und Cracks die aus den Tiefen eines zu gefrorenen Meeres zu kommen scheinen und die besagten Eisflöten die sich tatsächlich vor dem (inneren) Auge des (geneigten) Hörers, schön langsam eine nach der anderen im Wonzimmer auf stellen und vom Wind gespielt werden.Auch die Krankenhaus Assoziation ist nicht falsch: dort arbeitet Herr Ilar nämlich, wenn er nicht gerade auf seiner Terasse in Göteburg unter der Höhensonne sitzt und sich in einem Raumschiff durch den kühlen Kosmos sinniert.Minimale Tracks & Nordischer Ambient. Meine CD für die einsame Antarktis Insel!Grosse Scheibe!